Fernumzug nach Berlin
Umzug von Frankfurt am Main nach Berlin
Auf der Strecke Frankfurt nach Berlin liegen etwa 545 Kilometer. Wie schwer der Umzug wird, entscheidet sich aber an einer Angabe im Mietvertrag, die Zuziehende regelmäßig überlesen: Vorderhaus, Seitenflügel oder Quergebäude. Dahinter stecken Tragwege von wenigen Metern bis über sechzig.
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Fernumzug nach Berlin in Stichpunkten
Vorderhaus oder Hinterhaus entscheidet über Tragweg und Fahrzeug.
- Hofzufahrt, Durchfahrtshöhe und Tragweg werden vorab geprüft
- Umladen auf ein kleineres Fahrzeug, wenn der Hof zu eng ist
- Weiteres Fahrzeug in derselben Fahrt 24 € je Stunde
- Rollbretter und Sackkarren für lange Wege über den Hof
Vorderhaus, Seitenflügel, Quergebäude: was das praktisch bedeutet
Das typische Berliner Mietshaus aus der Gründerzeit ist kein einzelnes Gebäude, sondern eine Anlage. Zur Straße steht das Vorderhaus, dahinter liegt ein Hof, daran schließen ein oder zwei Seitenflügel an, und ganz hinten steht das Quergebäude, umgangssprachlich Hinterhaus. Manche Grundstücke haben zwei Höfe hintereinander. Die Wohnung im zweiten Hinterhof hat dieselbe Hausnummer wie das Vorderhaus, liegt vom Wagen aus aber leicht sechzig Meter entfernt.
Für den Umzug sind das drei völlig verschiedene Aufgaben. Vorderhaus heißt: Wagen an den Bordstein, ein paar Schritte, Treppe. Seitenflügel heißt: durch die Toreinfahrt oder über den Hof, dazu ein Treppenhaus, das oft schmaler ist als das vordere. Quergebäude heißt: langer Weg, meist über Kopfsteinpflaster oder Betonplatten, häufig mit einer Stufe oder einer Schwelle in der Durchfahrt.
Wenn im Inserat nur "Altbau, 3. OG" steht, fehlt also die halbe Information. Wir fragen deshalb immer nach dem Gebäudeteil und sehen bei Bedarf selbst nach. Sechzig Meter Weg je Gang verändern die Zahl der Leute und die Ausrüstung; mit Rollbrettern und einer geordneten Kette arbeitet eine Mannschaft dort ganz anders als mit vier Einzelträgern.
Ob der Wagen in den Hof kommt, entscheidet die Toreinfahrt
Viele Berliner Höfe sind grundsätzlich befahrbar, und wenn der Wagen in den Hof kann, verschwindet der lange Tragweg fast vollständig. Ob er hineinkommt, hängt an drei Maßen: der Breite der Toreinfahrt, der Durchfahrtshöhe und der Frage, ob im Hof gewendet oder ob rückwärts wieder hinausgefahren werden kann.
Ein üblicher Umzugswagen mit 21 Kubikmetern ist deutlich über drei Meter hoch. Alte Durchfahrten sind nicht dafür gebaut worden, und ein Wagen, der oben aneckt, beschädigt fremdes Eigentum. Deshalb messen wir das lieber vorher, als es am Umzugstag zu probieren. Passt der große Wagen nicht, laden wir auf einen Sprinter mit 12 Kubikmetern um und fahren im Pendel in den Hof. Ein weiteres Fahrzeug in derselben Fahrt kostet 24 € je Stunde.
Ein zweiter Punkt sind Hoftore, die abgeschlossen sind, und Poller, für die die Hausverwaltung einen Schlüssel hat. Wer neu in der Stadt ist, weiß davon nichts, und am Umzugstag ist niemand erreichbar. Fragen Sie bei der Wohnungsübergabe ausdrücklich nach dem Torschlüssel und danach, ob die Zufahrt am Umzugstag frei gehalten werden kann.
Was Zuziehende an einer Berliner Adresse selten mitdenken
Die Punkte auf dieser Liste kosten nichts, wenn man sie kennt, und Stunden, wenn man sie übersieht. Wir gehen sie bei der Besichtigung ohnehin durch, aber wer schon bei der Wohnungsbesichtigung darauf achtet, spart sich später Diskussionen.
- Gebäudeteil und Hofnummer, nicht nur Straße und Etage
- Breite und Höhe der Toreinfahrt, falls der Hof befahren werden soll
- Ob der Hof mit Kopfsteinpflaster belegt ist, das bremst jedes Rollbrett
- Stufen oder Schwellen zwischen Durchfahrt und Hof
- Wer den Schlüssel für Hoftor und Poller hat
- Ob im Hof Mülltonnen oder Fahrradbügel die Stellfläche belegen
Der Vorteil, wenn die Mannschaft aus Berlin kommt
Eine Spedition aus Frankfurt lädt in Frankfurt richtig ein und sieht Berlin am nächsten Morgen zum ersten Mal. Was sie dann vorfindet, muss sie auf der Straße lösen. Unsere Leute arbeiten dagegen jede Woche in solchen Anlagen und wissen, wie ein Hof funktioniert: wo man den Wagen abstellt, damit die Feuerwehrzufahrt frei bleibt, welche Durchfahrten trügerisch hoch aussehen und wo man besser gar nicht erst hineinfährt.
Das ist kein Argument gegen Speditionen am Startort, sondern eine Frage der Reihenfolge. Beladen kann man überall; abladen muss man dort, wo die Wohnung liegt. Deshalb planen wir jeden Umzug nach Berlin vom Ziel her, und deshalb steht die Besichtigung der Berliner Adresse am Anfang und nicht am Ende der Vorbereitung.
Fragen zur Berliner Zieladresse
- Woher weiß ich, ob meine Wohnung im Hinterhaus liegt?
- Im Mietvertrag oder Exposé steht meist Vorderhaus, Seitenflügel oder Quergebäude, manchmal auch nur eine Hofnummer. Wenn es nicht dabeisteht, sehen wir bei der Besichtigung nach.
- Kostet ein langer Tragweg extra?
- Nicht als eigener Posten, aber er kostet Zeit, und abgerechnet wird nach Zeit. Deshalb prüfen wir vorher, ob der Wagen in den Hof kann oder ob ein kleineres Fahrzeug pendelt.
- Was passiert, wenn der große Wagen nicht durch die Toreinfahrt passt?
- Dann laden wir auf einen Sprinter mit 12 m³ um und fahren mehrfach in den Hof. Ein weiteres Fahrzeug in derselben Fahrt kostet 24 € je Stunde, einzeln gibt es das nicht.
- Kommen Sie auch, wenn die Wohnung im fünften Stock im Quergebäude liegt?
- Ja. Wir passen dann die Mannschaftsstärke an und arbeiten mit Rollbrettern über den Hof. Bei sehr großen Möbeln prüfen wir vorher, ob ein Möbellift im Hof aufgestellt werden kann.
- Wie lange dauert die Strecke Frankfurt nach Berlin?
- Ein voller Fahrtag. Bei größeren Wohnungen legen wir Beladung und Entladung auf zwei Tage, damit am Zielort niemand im Dunkeln über einen Hof trägt.
- Kann ich zunächst nur einen Teil nach Berlin bringen lassen?
- Ja, das ist ein klassischer Fall für die Beiladung. Der Rest kann später kommen oder zwischenzeitlich ins Lager, eine Box mit 5 m³ beginnt bei 9 € am Tag.
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