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Ratgeber

Umzugskartons richtig packen

Auf einer Fernfahrt wirken über Stunden Kräfte auf die Ladung: jede Kurve, jedes Bremsmanöver, jede Bodenwelle. Das ist der Unterschied zum Stadtumzug. Kartons müssen deshalb randvoll und fest sein, Hohlräume ausgestopft, Bücher in kleine Kartons, und kein Karton sollte über etwa 20 Kilo wiegen. Beschriftet wird an der Seite, weil die Kartons gestapelt stehen.

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Ratgeber in Stichpunkten

Packen für die Langstrecke, wo stundenlang Kräfte auf die Ladung wirken.

Hände wickeln eine hellblaue Keramikvase in braunes Packpapier über einem offenen Karton
Hände wickeln eine hellblaue Keramikvase in braunes Packpapier über einem offenen Karton

Warum die Langstrecke anders gepackt wird

Beim Umzug innerhalb Berlins steht die Ladung zwanzig Minuten im Wagen. Auf einer Fernstrecke sind es fünf, acht oder zehn Stunden, und in dieser Zeit passiert etwas, das viele unterschätzen: Die Ladung arbeitet. In jeder Kurve drückt es seitlich, bei jedem Bremsen nach vorne, beim Anfahren nach hinten, und Bodenwellen und Fahrbahnfugen erzeugen ein ständiges Rütteln von unten.

Ein halb gefüllter Karton hält dem nicht stand. Sein Inhalt rutscht, sammelt sich in einer Ecke, und die Wände verlieren die Spannung, die sie tragfähig macht. Kommen dann zwei weitere Lagen darauf, sackt der Karton unter der Last zusammen. Was in der Stadt nur unordentlich aussieht, führt auf der Langstrecke zu zerbrochenem Geschirr und eingedrückten Deckeln.

Der zweite Unterschied liegt beim Umladen. Auf einer Fernstrecke wird eine Ladung häufiger bewegt als beim Stadtumzug: beim Verzurren, beim Sortieren an einer Zwischenstation, bei einer Beiladung ohnehin. Jeder dieser Vorgänge ist ein zusätzlicher Belastungstest für Ihre Kartons.

Daraus folgt eine einfache Regel für alles Weitere: Ein Karton für die Fernfahrt ist voll, fest, verschlossen und nicht zu schwer. Wer diese vier Punkte einhält, hat den größten Teil der Arbeit richtig gemacht.

Voll und fest: der wichtigste Punkt

Füllen Sie jeden Karton bis oben. Bleibt Platz, wird er ausgestopft, und zwar so, dass sich innen nichts mehr bewegt. Geeignet ist alles Weiche, das ohnehin mitkommt: Handtücher, Bettwäsche, Pullover, Küchentücher, Zeitungspapier oder Seidenpapier. Der Test danach ist simpel: Karton anheben, leicht schütteln. Hören Sie etwas rutschen, fehlt Füllung.

Genauso wichtig ist der obere Abschluss. Der Deckel darf sich nicht wölben, weil die Kartons gestapelt werden und eine gewölbte Fläche die Last nur auf einen Punkt weitergibt. Wenn der Deckel nicht flach schließt, ist der Karton zu voll oder falsch gepackt. Verschlossen wird mit Klebeband über die gesamte Naht, auch am Boden, denn dort reißt es zuerst.

Schweres gehört nach unten, Leichtes nach oben, und das gilt sowohl im einzelnen Karton als auch im Stapel im Wagen. Ein Karton mit Büchern unter einem Karton mit Lampenschirmen ist richtig herum; umgekehrt kostet es Sie die Lampenschirme.

Packen Sie außerdem zimmerweise. Ein Karton, in dem Küchengeräte, Badezimmerschrank und Bücherregal gemischt sind, verursacht beim Auspacken mehr Arbeit als das Packen gespart hat. Am Zielort wollen Sie Karton für Karton in einem Raum abarbeiten und nicht zwischen drei Zimmern hin und her laufen.

Gewicht: kein Karton über etwa 20 Kilo

Die häufigste Fehleinschätzung betrifft Bücher. Ein großer Umzugskarton, komplett mit Büchern gefüllt, kommt schnell über 40 Kilo. Er lässt sich kaum heben, der Boden reißt beim Anheben aus, und im Stapel drückt er alles darunter platt. Bücher gehören deshalb in kleine Kartons, notfalls in halb gefüllte große, deren restliches Volumen mit Leichtem aufgefüllt wird.

Als Obergrenze haben sich etwa 20 Kilo bewährt. Das ist die Grenze, ab der ein Karton auch von einer einzelnen Person über eine Treppe getragen werden kann, ohne dass jemand sich verhebt oder ihn fallen lässt. Auf der Langstrecke kommt ein zweites Argument dazu: Schwere Kartons in oberen Lagen wirken bei jedem Bremsen wie ein Rammbock auf das, was davor steht.

Dasselbe gilt für Werkzeug, Konserven, Getränke, Fliesen, Farbeimer und Aktenordner. Verteilen Sie solche Dinge über mehrere Kartons und füllen Sie mit Textilien auf. Ordner stellen Sie hochkant nebeneinander, dann kippen sie nicht und verkanten sich nicht gegenseitig.

Ein praktischer Hinweis zum Tragen: Griffe sind bei fast allen Umzugskartons vorgestanzt, aber sie sind die Schwachstelle. Bei einem sehr schweren Karton reißen sie aus. Wer merkt, dass er einen Karton nur noch an den Griffen hochbekommt, sollte ihn wieder öffnen und aufteilen.

Beschriftung: an der Seite, nicht auf dem Deckel

Im Wagen stehen die Kartons gestapelt, oft drei oder vier Lagen hoch und dicht an dicht. Der Deckel eines Kartons ist damit für niemanden sichtbar, außer für den, der ganz oben liegt. Beschriftungen auf dem Deckel sind auf der Langstrecke deshalb praktisch wertlos. Schreiben Sie auf mindestens zwei gegenüberliegende Seitenwände.

Auf jeden Karton gehören zwei Angaben: der Raum, in den er soll, und in Stichworten der Inhalt. Der Raum ist für das Team, der Inhalt für Sie selbst. Wer am Zielort ein Ladegerät sucht, will nicht zwölf Kartons öffnen. Praktisch ist es außerdem, die Kartons durchzunummerieren und eine kurze Liste zu führen, wenn viele Kisten unterwegs sind.

Zerbrechliches wird zusätzlich gekennzeichnet, und zwar auf allen sichtbaren Seiten. Auch hier gilt: Was auf dem Deckel steht, sieht beim Stapeln niemand. Ein Karton mit Glas gehört in die oberste Lage und nicht unter drei Lagen Bücher.

Nutzen Sie eine kräftige Farbe und schreiben Sie groß. In einem halb dunklen Wagen oder in einem Treppenhaus ohne Licht ist eine Bleistiftnotiz nicht zu lesen. Wenn Sie in mehrere Zimmer einziehen, lohnt es sich, jedem Raum eine Farbe zuzuordnen und an der neuen Wohnungstür einen Zettel mit der Zuordnung aufzuhängen.

Zerbrechliches, Möbel und Geräte

Geschirr wird nicht gestapelt, sondern hochkant gestellt wie Schallplatten. Ein Teller, der senkrecht steht, hält Erschütterungen von oben deutlich besser aus als ein Stapel, dessen unterster Teller die ganze Last trägt. Zwischen die Teller kommt Seidenpapier, Gläser werden einzeln eingewickelt und stehend gepackt, nicht liegend.

Für Möbel gilt: Alles, was zerlegbar ist, wird zerlegt. Ein Schrank in Einzelteilen übersteht eine Fernfahrt besser als ein aufgebauter, dessen Verbindungen bei jeder Kurve arbeiten. Schrauben kommen in einen beschrifteten Beutel, der am jeweiligen Möbelteil festgeklebt wird. Kanten und Ecken werden mit Decken abgedeckt, Glasplatten und Spiegel gepolstert und aufrecht transportiert.

Elektrogeräte fahren am besten in ihrem Originalkarton, wenn er noch da ist. Ist er es nicht, wird großzügig gepolstert. Die Waschmaschine braucht ihre Transportsicherungen, sonst schlägt die Trommel während der Fahrt gegen das Gehäuse; die Sicherungen sind Schrauben, die beim Aufstellen entfernt wurden und im besten Fall noch im Keller liegen. Der Kühlschrank sollte vorher abgetaut sein und nach der Fahrt einige Stunden stehen, bevor er wieder ans Netz kommt.

Kleidung kommt am einfachsten in Kleiderkartons mit Stange: Sie bleibt auf dem Bügel und muss danach nicht gebügelt werden. Für alles außerhalb der Saison reichen normale Kartons, in denen die Kleidung gleichzeitig als Polstermaterial dient.

Beiladung: Ihre Sachen stehen neben fremden

Bei einer Beiladung teilen Sie den Laderaum mit anderen Haushalten. Das macht die Fahrt günstig, verlangt aber mehr Sorgfalt beim Packen. Ihre Kartons stehen nicht in einem Block für sich, sondern zwischen Möbeln und Kisten, die jemand anderem gehören, und sie werden unterwegs bewegt, wenn eine andere Ladung ausgeladen wird.

Daraus folgen zwei Regeln. Erstens: Alles ist verschlossen. Ein offener Karton, eine Tüte, ein loser Stapel Bücher oder eine ungesicherte Kiste haben in einer Beiladung nichts zu suchen. Zweitens: Alles ist eindeutig gekennzeichnet. Schreiben Sie Ihren Namen auf jeden Karton und auf jedes Möbelteil, zusätzlich zu Raum und Inhalt. Gut geeignet sind farbige Klebepunkte oder ein durchgehend gleicher Aufkleber auf allen Stücken, weil sich Ihre Ladung damit auf einen Blick von einer fremden unterscheiden lässt.

Zerlegte Möbel bekommen bei einer Beiladung besondere Aufmerksamkeit. Ein einzelnes Schrankseitenteil ohne Kennzeichnung ist zwischen zwei Haushalten schwer zuzuordnen. Kleben Sie den Schraubenbeutel fest ans Teil und schreiben Sie Ihren Namen sichtbar darauf.

Führen Sie zusätzlich eine Liste mit der Anzahl aller Stücke, also Kartons, Möbelteile und Einzelstücke. Beim Abladen zählen Sie ab. Das dauert fünf Minuten und ist der einzige zuverlässige Weg festzustellen, ob wirklich alles angekommen ist. Bei einem Komplettumzug ist diese Liste hilfreich, bei einer Beiladung ist sie Pflicht.

Verpackungsmaterial

MaterialPreis
Karton mieten0,90 € je Stück und Woche
Karton erwerben1,80 € je Stück
Kleiderkarton mieten3,50 € je Stück und Woche
Seidenpapier, 10 kg14 €
Polsterfolie, 50 Meter19 €
Decke mieten2,50 € je Stück und Woche

In allen Angaben steckt die Mehrwertsteuer. Der feste Betrag ergibt sich aus dem schriftlichen Angebot, das auf die kostenlose Besichtigung folgt.

Fragen aus der Praxis zum Packen

Wie schwer darf ein Umzugskarton sein?
Etwa 20 Kilo sind die sinnvolle Obergrenze. Darüber wird das Tragen über eine Treppe gefährlich, der Boden reißt beim Anheben aus, und im Stapel drückt der Karton alles darunter zusammen. Bücher gehören deshalb in kleine Kartons.
Warum soll ich Hohlräume ausstopfen?
Weil auf einer Fernfahrt stundenlang Kräfte wirken. Was sich bewegen kann, bewegt sich, sammelt sich in einer Ecke und nimmt dem Karton die Spannung, die ihn tragfähig macht. Zum Ausstopfen eignen sich Handtücher, Bettwäsche und Seidenpapier.
An welcher Stelle beschrifte ich einen Karton?
An mindestens zwei gegenüberliegenden Seitenwänden, groß und in kräftiger Farbe. Der Deckel ist im gestapelten Zustand nicht sichtbar. Notieren Sie Zielraum und Inhalt in Stichworten, bei vielen Kisten zusätzlich eine Nummer.
Wie packe ich Geschirr für eine lange Fahrt?
Teller hochkant nebeneinander stellen wie Schallplatten, mit Seidenpapier dazwischen. Gläser einzeln einwickeln und stehend packen. Der Karton wird randvoll gefüllt und oben mit Weichem abgeschlossen, dann rutscht nichts.
Was muss ich bei einer Beiladung zusätzlich beachten?
Alles muss verschlossen und eindeutig gekennzeichnet sein, weil Ihre Sachen neben fremden stehen. Schreiben Sie Ihren Namen auf jeden Karton und jedes Möbelteil, arbeiten Sie mit farbigen Punkten und führen Sie eine Stückliste zum Abzählen beim Abladen.
Kartons mieten oder kaufen?
Mieten kostet 0,90 € je Stück und Woche, der Kauf 1,80 € je Stück. Bei einem einmaligen Umzug lohnt das Mieten fast immer, weil wir die Kartons danach wieder abholen und Sie keinen Keller voll Pappe behalten. Kleiderkartons gibt es zu 3,50 € je Stück und Woche.
Was gehört nicht in den Möbelwagen?
Papiere, Schlüssel, Wertsachen, Medikamente und Ladegeräte nehmen Sie selbst mit. Dazu kommen Dinge, die nicht mitfahren dürfen oder sollten: offene Farben, Gasflaschen, Pflanzen bei Frost, Aquarien und Tiere. Für diese Gruppe planen Sie eine eigene Lösung.

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